Wettbewerb Gemeindezentrum

Auftraggeber: Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Gundelfingen
Standort: Gundelfingen, Landkreis Dillingen a. d. Donau, Bayern
Kategorie: Erweiterungsbau, Wettbewerb
Entwurf: architekturSTUDIO Prof. Martin Schroth
Raumprogramm: Kirchenraum, Foyer, Jugendräume, Nebenräume, Außenanlage

 

Bei einem Realisierungswettbewerb im Jahr 2012 zu Umbau und Erweiterung des Gemeindezentrum Gundel-
fingen erreichte das Konzept unseres Studios den zweiten Platz.

Das übergeordnete Ziel des Entwurfes ist eine Erweiterung des bestehenden Gemeindehauses durch kleine
Gartenzimmer. Die Idee dafür leitet sich aus den Aktivitäten der Gemeinde ab, die alle gleichwertig
betrachtet werden und so auch in der Organisation des Gebäudes gleichberechtigt nebeneinander stehen.
Daraus entwickelt sich ein minimales Wegesystem, das den Baukörper klein hält und auf diese Weise
eine hohe Integration erreicht.

Eine der wichtigsten Grundlagen ist die Definition eines stark differenzierten Baukörpers, der Wachsen kann
und dessen Teile eben dieses Wachstum und eine Wandelbarkeit aufzeigen. Dabei repräsentiert die Struktur
eine Vision der Gemeinde und symbolisiert die vielschichtigen Arbeitsbereiche des Gemeindelebens. Die Zellen
verbinden sich mit der Umgebung und dem bestehenden Gemeindehaus durch offene und geschlossene
Bereiche. So tritt die gesamte Struktur zurück und geht auf individuelle Bedürfnisse der einzelnen Teile ein,
bildet aber gleichzeitig ein großes Ganzes, das in der Einheit funktioniert.

Form und Organisation der Wände und deren Interaktion entstehen mit Hilfe eines parametrischen Modells
welches in Echtzeit die Veränderungen berechnet und aufzeigt.

Im Ergebnis entsteht ein Raumverbindungssystem mit minimaler Erschließung und maximalem Verbindungs-
potential.

Die Baukörperhöhe, Orientierung und Art erzeugt eine klare städtebauliche Wirkung durch die platzbildenden
Baukörper, die alle bestehenden Erschließungen aufnehmen und sie in neuen Teilen fortsetzen. Durch die
Lage des großen Kirchenraumes entsteht ein weiter Platz, der sich in Art und Größe an die umgebende Bebau-
ung und Hofsituation eingliedert.

Die funktionelle Ausarbeitung des Hauptrasters basiert auf Gruppen des Raumprogrammes und lässt genügend
hochwertigen Freiraum offen für weitere Entwicklungen. Die entstandene Durchwegung bildet ein kommu-
nikatives Bindeglied, durch differenzierte Fortsetzung der Umgebung. Die Erreichbarkeit des Gemeindezentrums
wird durch einen dritten Weg erweitert und bildet somit einen neuen Knotenpunkt, an dem sich das neue
Foyer positioniert. Die Struktur ist hoch durchlässig und erstellt gleichwertige Zugänge aus allen Seiten, kein
Bereich wird zum Nebeneingang, alle behalten ihre Bedeutung und Wertigkeit. Die Jugend bekommt somit
das bestehende Gemeindehaus, welches im Untergeschoss erweitert wird und einen eigenen Zugang erhält.